Darf der Vermieter das Grillen auf dem Balkon verbieten?

Darf der Vermieter das Grillen auf dem Balkon verbieten?

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Ja, der hyresvärd (Vermieter) darf das Grillen auf dem Balkon verbieten – und ein solches Verbot ist in den allermeisten Fällen wirksam. Der Balkon gehört zwar zu dem, was du mietest, du darfst ihn aber nur so nutzen, dass weder das Gebäude beschädigt noch deine Nachbarn gestört werden. Die Grenze ergibt sich aus der Sorgfaltspflicht in 12 kap. 24 § jordabalken (schwedisches Immobilienrechtsgesetzbuch, das auch das Mietrecht enthält) und aus dem Gebot von Hygiene, Ordnung und gutem Zustand in 12 kap. 25 § jordabalken.

Der Balkon gehört zur Wohnung – ist aber nicht regelfrei

Ein Balkon, der zur Wohnung gehört, fällt normalerweise unter den Mietvertrag. Du darfst ihn möblieren, Topfpflanzen aufstellen und dich dort aufhalten. Gleichzeitig gelten dieselben zwei Grundregeln wie innerhalb der Wohnung.

Die erste ist die Sorgfaltspflicht nach 12 kap. 24 § jordabalken: Du musst die Wohnung gut pflegen. Ruß, Fettspritzer und Brandflecken an Fassade, Decke oder Geländer sind Schäden, für die du ersatzpflichtig werden kannst. Dieselbe Logik gilt für andere Eingriffe und Anbauten am Balkon, zum Beispiel wenn du eine Markise am Balkon der Mietwohnung anbringen willst.

Die zweite ist 12 kap. 25 § jordabalken. Dort heißt es, dass der hyresgäst (Mieter) alles zu beachten hat, was erforderlich ist, um Hygiene, Ordnung und guten Zustand innerhalb des Grundstücks zu bewahren. Grillrauch, der durch das offene Fenster des Nachbarn zieht, ist ein Musterbeispiel für etwas, das als Störung bewertet werden kann.

Darf man auf dem Balkon einer Mietwohnung grillen? Regeln und Rechtsgrundlagen

Es gibt keinen Paragrafen im jordabalken, der das Grillen ausdrücklich erwähnt. Das Verbot baut sich stattdessen aus drei Schichten auf:

1. Mietvertrag und Hausordnung (ordningsregler). Die meisten Vermieter haben eine Hausordnung, die dem Vertrag beigefügt wird. Hast du sie beim Einzug akzeptiert, ist sie Teil des Vertrags und du bist verpflichtet, sie einzuhalten. Es ist derselbe Mechanismus, der auch andere Alltagsfragen des Wohnens regelt, etwa was für Haustiere in der Mietwohnung gilt.

2. Der Brandschutz. Nach 2 kap. 2 § lagen (2003:778) om skydd mot olyckor (Gesetz über den Schutz vor Unglücksfällen) müssen Eigentümer und Nutzungsberechtigte von Gebäuden in angemessenem Umfang Löschausrüstung vorhalten und im Übrigen die Maßnahmen ergreifen, die zur Brandvorbeugung erforderlich sind. Das gibt dem Vermieter ein gewichtiges Argument, offene Flammen auf einem Holzbalkon oder unter brennbaren Überdachungen zu untersagen.

3. Kommunale Beschlüsse. Viele Kommunen haben örtliche Ordnungsvorschriften zum Feuermachen, und bei Trockenheit beschließen die Kommune oder die Länsstyrelsen (regionale staatliche Verwaltungsbehörde) ein Feuerverbot (eldningsförbud). Ein solches Verbot kann auch das Grillen im Freien umfassen; was genau darunter fällt, ergibt sich aus dem jeweiligen Beschluss. Prüfe immer den aktuellen Beschluss bei deiner Kommune oder der Länsstyrelsen.

Was der Vermieter nicht darf

Der Vermieter kann nicht beliebige Regeln nach Belieben einführen. Eine Hausordnungsregel muss einen sachlichen Zweck haben – Brandgefahr, Rauchausbreitung, Verschmutzung. Ein Verbot, das keinerlei Bezug zur Instandhaltung des Gebäudes oder zum Wohnumfeld der Nachbarn hat, steht schwächer da, und ein Vermieter, der es dennoch durchsetzen will, muss letztlich den Weg über Hyresnämnden (die schwedische Mietschiedsstelle) oder das Gericht gehen. Der Vermieter darf auch nicht nach Belieben den Balkon oder die Wohnung betreten, um die Sache zu kontrollieren – lies mehr dazu, wann der Vermieter deine Wohnung betreten darf.

Grillen auf dem Balkon der Mietwohnung – Regeln für Kohle, Gasol und Elektro

Verschiedene Grilltypen werden unterschiedlich beurteilt. Die Tabelle zeigt, wie Vermieter sie in der Praxis üblicherweise regeln und worauf die Bewertung beruht.

GrilltypÜbliche Regel in der HausordnungGrund
Holzkohlegrill / EinweggrillAuf dem Balkon verbotenOffene Flamme, Glut, Funkenflug, starker Rauch
Gasgrill (gasol)Oft verboten, teils mit Auflagen erlaubtOffene Flamme plus Lagerung brennbarer Stoffe
ElektrogrillMeist erlaubtKeine offene Flamme, begrenzte Rauchentwicklung
Grillen im gemeinsamen HofErlaubt an ausgewiesener StelleAbstand zum Gebäude, vorhandene Löschausrüstung

Der Elektrogrill ist die Variante, die selten verboten wird, weil die Brandgefahr gering und die Rauchentwicklung begrenzt ist. Ein pauschales Verbot jeglichen Grillens kann aber auch den Elektrogrill erfassen, wenn die Hausordnung so formuliert ist. Frag deinen Vermieter schriftlich, wenn du unsicher bist.

Bei Gasol (Flüssiggas) kommt die Frage der Lagerung hinzu. Gasol ist ein brennbarer Stoff, und die Myndigheten för samhällsskydd och beredskap (MSB, schwedische Behörde für Gesellschaftsschutz und Notfallvorsorge) hat Vorschriften und Empfehlungen dazu, wie brennbares Gas in Wohngebäuden gehandhabt und gelagert werden darf. Prüfe die aktuellen Angaben direkt bei der MSB, bevor du eine Gasflasche kaufst – die Regeln unterscheiden sich je nachdem, wo im Gebäude das Gas gelagert wird.

Was passiert, wenn du trotz Verbot grillst?

Der erste Schritt ist fast immer ein mündlicher Hinweis oder ein Brief. Machst du weiter, kann der Vermieter eine förmliche Abmahnung mit Aufforderung zur Abhilfe (rättelseanmaning) schicken.

Wiederholte und schwerwiegende Störungen oder Verwahrlosung können im äußersten Fall dazu führen, dass das Mietrecht nach 12 kap. 42 § jordabalken verwirkt wird (förverkande). Einmaliges Grillen auf einem Balkon führt normalerweise nicht so weit – wiederkehrende Rauchbelästigungen, die Nachbarn melden, können es trotz schriftlicher Aufforderungen aber sehr wohl.

Kommt es zu Schäden, kommt die finanzielle Seite hinzu. Für eine verrußte Fassade oder ein Geländer mit Brandflecken kann der Vermieter beim Auszug Ersatz verlangen, und die Kosten können von einer eventuellen deposition (Kaution) abgezogen werden. Was abgezogen werden darf, beschreibt der Ratgeber dazu, was der Vermieter von der Kaution einbehalten darf, genauer.

So gehst du vor, wenn du das Verbot für unangemessen hältst

  1. Lies den Vertrag und die Anlagen. Steht das Verbot dort, oder ist es nur ein Aushang im Treppenhaus? Ein Aushang, der nie Teil des Vertrags geworden ist, steht schwächer da.
  2. Bitte um eine schriftliche Auskunft. Frag den Vermieter, was speziell für einen Elektrogrill gilt. Eine schriftliche Antwort ist viel wert, wenn es später zum Streit kommt.
  3. Schlage eine Alternative vor. Viele Vermieter akzeptieren einen Elektrogrill oder richten einen gemeinsamen Grillplatz im Hof ein, wenn mehrere Mieter danach fragen.
  4. Hol dir Unterstützung. Bist du Mitglied in einer hyresgästförening (Mieterverein), kann dieser dich vertreten. Lässt sich die Sache nicht lösen, kann der Fall bei Hyresnämnden landen – hier findest du eine Übersicht dazu, wie du einen Streit Schritt für Schritt bei Hyresnämnden anmeldest.

Bostadsrätt und Untermiete

Wohnst du in einer bostadsrätt (Wohnung in einer schwedischen Wohnungsgenossenschaft), gelten die Satzung und die Hausordnung des Vereins, und der Vorstand kann ein Grillverbot auf Balkonen beschließen. Mietest du zur Untermiete (andrahandsuthyrning), gelten sowohl die Bedingungen des förstahandskontrakt (Hauptmietvertrag) als auch die Regeln des Vereins – du kannst nie mehr Rechte erhalten als derjenige, von dem du mietest. Die Unterschiede zwischen den Wohnformen werden im Artikel über Mietwohnung oder bostadsrätt erklärt.

Häufige Fragen

Darf der Vermieter mitten in der Mietzeit ein Grillverbot einführen? Der Vermieter kann die Hausordnung aktualisieren und die Mieter darüber informieren. Ein neues Verbot, das mit Brandgefahr oder Störungen begründet wird, ist in der Regel wirksam und zu befolgen. Wenn du meinst, dass es keine sachliche Grundlage hat, kannst du es bestreiten – bis die Frage entschieden ist, ist es aber klug, sich daran zu halten.

Gilt Grillrauch als Störung im Sinne des Gesetzes? Das kann er. Die Bewertung nach 12 kap. 25 § jordabalken geht davon aus, was Nachbarn billigerweise hinnehmen müssen. Einmaliges Grillen an einem Sommerabend ist selten eine Störung – Rauch, der den Nachbarn regelmäßig zwingt, die Fenster zu schließen, kann es sein.

Darf ich einen Elektrogrill haben, wenn die Hausordnung nur „Grillen“ verbietet? Die Formulierung entscheidet. Steht dort „jegliches Grillen“, ist auch der Elektrogrill erfasst. Steht dort „Grillen mit Kohle oder Gasol“, ist der Elektrogrill erlaubt. Ist der Text unklar – bitte den Vermieter um eine schriftliche Klarstellung.

Kann ich schadensersatzpflichtig werden, wenn der Grill die Fassade verrußt? Ja. Die Sorgfaltspflicht in 12 kap. 24 § jordabalken bedeutet, dass du für Schäden haftest, die du fahrlässig verursachst. Rußsanierung und ein neuer Fassadenanstrich können erhebliche Kosten verursachen – unabhängig davon, ob das Grillen verboten war oder nicht.

Der Text ist allgemeine Information und stellt keine Rechtsberatung dar.

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