| Das Geräusch | Wird normalerweise bewertet als | Kann zur Störung werden, wenn |
|---|---|---|
| Schritte, Gespräche, gerückte Stühle | Normales Wohngeräusch | Extrem und absichtlich, Nacht für Nacht |
| Spielende und weinende Kinder | Normales Wohngeräusch | Selten – Kindergeräusche werden weitgehend toleriert |
| Wasch- und Spülmaschine | Normales Wohngeräusch | Nachts entgegen der Hausordnung betrieben |
| Musik tagsüber | Normales Wohngeräusch | Hohe Lautstärke über lange Zeit, wiederholt |
| Party bis drei Uhr | Einmalig: meist toleriert | Sie wiederholt sich regelmäßig |
| Schreie, Schläge gegen Wände, Drohungen | Störung | Bereits bei einzelnen Vorfällen |
| Bohren und Renovieren | Vorübergehend geduldet | Läuft monatelang ohne Rücksicht auf Zeiten |
Der Nachbar darf sich über alles Mögliche beschweren – doch eine Störung im Sinne des Gesetzes liegt erst vor, wenn der Lärm so belastend ist, dass er gesundheitsschädlich sein kann oder die Wohnumgebung der Nachbarn in einem Maß verschlechtert, das billigerweise nicht mehr hingenommen werden muss. Ein Lachen zwischendurch, ein Staubsauger am Samstag oder herumlaufende Kinder sind keine Störung. Die Grenze zieht Kap. 12 § 25 jordabalken (das schwedische Immobilienrechtsgesetz, dessen 12. Kapitel das Mietrecht regelt).
Was gilt nach dem Gesetz als Störung in einer hyresrätt (Mietwohnung)?
Die Regel in Kap. 12 § 25 jordabalken besteht aus zwei Teilen. Der erste besagt, dass der hyresgäst (Mieter) bei der Nutzung der Wohnung dafür sorgen muss, dass die Menschen in der Umgebung keinen Störungen ausgesetzt werden, die in einem solchen Maß gesundheitsschädlich sein oder ihre Wohnumgebung verschlechtern können, dass sie billigerweise nicht hingenommen werden müssen.
Der zweite Teil ist weiter gefasst: Der Mieter muss im Übrigen alles beachten, was erforderlich ist, um Hygiene, Ordnung und guten Zustand innerhalb der Liegenschaft zu bewahren. Diese Bestimmung erfasst zum Beispiel Müll im Treppenhaus, Rauch, der zum Nachbarn zieht, und Ähnliches.
Der Mieter haftet außerdem für die Personen, die zu seinem Haushalt gehören oder die Wohnung besuchen. Dass die Party von einem Freund veranstaltet wurde, entlastet den Vertragsinhaber nicht.
Zwei Voraussetzungen müssen erfüllt sein
Damit Lärm im juristischen Sinne zur Störung wird, muss er also sowohl Gesundheit oder Wohnumgebung beeinträchtigen als auch über das hinausgehen, was billigerweise zu dulden ist. An der zweiten Voraussetzung scheitern die meisten Nachbarbeschwerden. In einem Mehrfamilienhaus muss man mit Geräuschen anderer Menschen rechnen – Schritten, Gesprächen, Wasserleitungen, einer Waschmaschine, einem Klavier am Nachmittag.
Die Beurteilung erfolgt objektiv. Dass ein einzelner Nachbar besonders lärmempfindlich ist, erhöht die Anforderungen an die übrigen Bewohner nicht. Umgekehrt hilft es nicht, wenn derjenige, der stört, den Lärm für angemessen hält.
Geräusche, die normalerweise keine Störung sind
Ein großer Teil aller Nachbarschaftskonflikte betrifft Geräusche, die schlicht zum Wohnen dazugehören. Die Tabelle zeigt, wie verschiedene Arten von Geräuschen üblicherweise beurteilt werden – und was die Bewertung in die andere Richtung kippen lassen kann.
Die Hausordnung – etwa „Ruhe nach 22 Uhr“ – ist kein Gesetz. Sie ist Teil des Vertragsverhältnisses und wird bei der Beurteilung als Anhaltspunkt herangezogen, ein Verstoß gegen die Hausordnung ist aber nicht automatisch eine Störung nach Kap. 12 § 25 jordabalken. Dasselbe gilt für Regeln etwa zur Balkonnutzung; was dort tatsächlich verboten werden darf, ist eine eigene Frage, siehe Darf der Vermieter das Grillen auf dem Balkon verbieten?.
Wenn der Lärm eine Gesundheitsfrage ist
Bei länger andauernden Lärmproblemen gibt es einen parallelen Weg über das Umweltrecht. Die Umweltbehörde der Kommune (miljöförvaltningen) kann prüfen, ob der Lärm eine Beeinträchtigung der menschlichen Gesundheit nach Kap. 9 § 3 miljöbalken (schwedisches Umweltgesetzbuch) darstellt, also eine Störung, die die Gesundheit nachteilig beeinflussen kann und weder geringfügig noch völlig vorübergehend ist. Folkhälsomyndigheten (die schwedische Behörde für öffentliche Gesundheit) gibt allgemeine Empfehlungen zu Innenraumlärm heraus, die die Umweltbehörden bei Messungen anwenden.
Dieser Weg wird meist gegen Geräusche aus dem Gebäude selbst oder von Betrieben im Haus genutzt – Lüftungen, Aufzüge, ein Restaurant im Erdgeschoss – und weniger gegen einen einzelnen Nachbarn.
So wird im Streitfall beurteilt, was als Störung in der Mietwohnung gilt
Das Verfahren betreibt der hyresvärd (Vermieter), nicht der sich beschwerende Nachbar. Der Nachbar hat kein eigenes Recht, jemandem zu kündigen.
Der Ablauf sieht im Wesentlichen so aus:
- Beschwerden. Nachbarn wenden sich an den Vermieter. Eine einzelne E-Mail reicht selten.
- Abmahnung. Der Vermieter fordert den Mieter nach Kap. 12 § 25 jordabalken auf, die Störungen unverzüglich einzustellen. Bei einer Wohnung muss der Vermieter gleichzeitig den Sozialausschuss der Kommune (socialnämnden) informieren.
- Dokumentation. Störungsprotokolle, Lärmmessungen, Zeugenangaben aus mehreren Wohnungen.
- Kündigung. Erfolgt keine Abhilfe, kann das Mietrecht nach Kap. 12 § 42 jordabalken verwirkt werden.
- Prüfung. Der Streit landet bei Hyresnämnden (der Mietkammer bzw. dem Rent Tribunal) oder vor Gericht. Wie die Behörde arbeitet, wird beschrieben in Hyresnämnden: So funktioniert sie und deine Rechte als Mieter.
Bei besonders schwerwiegenden Störungen darf der Vermieter nach Kap. 12 § 25 jordabalken den Vertrag ohne vorherige Abmahnung kündigen. Der Sozialausschuss ist dann im Zusammenhang mit der Kündigung zu informieren. Dabei geht es um Gewalt, Drohungen und Ähnliches – nicht um eine laut aufgedrehte Stereoanlage.
Die Beweislage entscheidet
In der Praxis scheitern viele Störungsverfahren an den Beweisen. Beschwerden eines einzigen Nachbarn, ohne Datum und ohne Unterstützung anderer im Haus, wiegen leicht. Laufende Aufzeichnungen mit Zeitpunkt, Dauer und Art des Geräuschs – aus mehreren Haushalten – wiegen schwer.
Was gilt bei der Untervermietung (andrahandsuthyrning) als Störung?
Es gelten dieselben Regeln, die Verantwortung ist jedoch geteilt. Der Hauptmieter mit dem förstahandskontrakt (Erstvertrag) haftet gegenüber dem Vermieter für das, was der andrahandshyresgäst (Untermieter) in der Wohnung tut. Störungen durch einen Untermieter können daher denjenigen treffen, der im Vertrag steht.
Zu beachten: Das privatuthyrningslagen (2026:772) – das schwedische Gesetz über die private Vermietung von Wohnraum, in Kraft seit dem 1. Juli 2026 – gilt nicht, wenn der Vermieter die Wohnung selbst als hyresrätt (Mietwohnung) innehat. Dieses Gesetz zielt auf Fälle, in denen eine natürliche Person oder ein Nachlass ein Haus oder einen Teil eines Hauses gegen Entgelt überlässt, und enthält unter anderem Regeln über einen schriftlichen Vertrag auf Verlangen und darüber, dass die Miete betragsmäßig bestimmt sein muss. Störungen im Wohnverhältnis sind dort nicht geregelt, sondern in Kap. 12 jordabalken.
Wenn du derjenige bist, der die Beschwerde erhält
Nimm sie ernst, auch wenn du sie für unangemessen hältst. Eine Abmahnung des Vermieters ist ein formeller Schritt, kein gut gemeinter Hinweis.
- Bitte um konkrete Angaben: welche Daten, welche Uhrzeiten, welche Art von Geräusch.
- Behebe, was sich beheben lässt – Lautsprecher von der Wand wegrücken, Teppiche auslegen, Waschzeiten ändern.
- Antworte schriftlich und behalte Kopien.
- Entferne keine Geräte, auf die du ein Recht hast. Was du in der Wohnung installieren und behalten darfst, ist eine andere Frage als die der Störungen, siehe Darf der Vermieter verlangen, dass du deine Waschmaschine entfernst? und Recht des Mieters, Möbel zu montieren: Was sagt das Gesetz?.
Handelt es sich stattdessen um Baulärm aus Arbeiten des Eigentümers selbst, gelten andere Regeln zu besittningsskydd (Bestandsschutz des Mietverhältnisses) und Zustimmung, siehe Renovierung gegen den Willen des Mieters.
Häufige Fragen
Gibt es eine gesetzlich vorgeschriebene Zeit, zu der Ruhe herrschen muss?
Nein. Das jordabalken nennt keine Uhrzeitgrenze. Zeiten wie 22–07 Uhr stammen aus der Hausordnung und dienen bei der Beurteilung nach Kap. 12 § 25 jordabalken als Richtwert, sie sind aber selbst kein Gesetz.
Kann mir nach einer einzigen Party gekündigt werden?
Grundsätzlich nicht. Normalerweise sind wiederholte Störungen erforderlich sowie eine Abmahnung, der der Mieter nicht nachgekommen ist. Die Ausnahme sind besonders schwerwiegende Störungen, bei denen eine Kündigung nach Kap. 12 § 25 jordabalken sofort erfolgen kann.
Gelten Kindergeräusche als Störung?
Selten. Geräusche von Kindern, die spielen, laufen und weinen, gehören zum normalen Wohnen im Mehrfamilienhaus und liegen innerhalb dessen, was billigerweise hinzunehmen ist.
Was tue ich, wenn der Vermieter auf meine Beschwerden nicht reagiert?
Führe ein Störungsprotokoll mit Daten und Uhrzeiten, sammle Unterschriften weiterer Nachbarn und verlange eine schriftliche Antwort. Bei Lärm, der die Gesundheit beeinträchtigen kann, kannst du dich zudem gestützt auf Kap. 9 § 3 miljöbalken an die Umweltbehörde der Kommune wenden. Entscheidest du dich stattdessen für einen Umzug, vergleiche die Alternativen in Hyresrätt oder bostadsrätt – was passt zu dir?.
Der Text ist allgemeine Information und stellt keine Rechtsberatung dar.



